Clevere Vertragsgestaltung entscheidet über Umsatzsteuersatz

19 % Umsatzsteuer für Gartengestaltung mit Pflanzenlieferung

 

19 %, 7 % oder gar umsatzsteuerfrei? Jeder Unternehmer kennt das Problem um die verschiedenen Umsatzsteuersätze. Welcher Steuersatz anzuwenden ist, bestimmt sich zunächst nach der Art der erbrachten Lieferung oder Leistung. Dabei wird jede einzelne Lieferung oder Dienstleistung als eigene selbständige Leistung beurteilt. Doch schwieriger wird es, wenn der Unternehmer nicht nur eine, sondern ein ganzes Bündel von Einzelleistungen erbringen muss, um die Wünsche des Kunden zu erfüllen. Hier stellt sich dann die Frage, ob nur ein Umsatzsteuersatz oder gar mehrere anzuwenden sind. Diese Frage ist besonders dann interessant, wenn für einzelne Leistungen aus dem Gesamtauftrag der ermäßigte Steuersatz anwendbar wäre. So ist beispielsweise die Lieferung von Blumen und Pflanzen nur mit 7 % zu besteuern, für Gartenbau- und –gestaltungsleistungen fallen dagegen 19 % Umsatzsteuer an.

In einem aktuellen Fall hatten die Richter des Bundesfinanzhofs (BFH) die mit der Neuanlage eines Gartens erbrachten Leistungen zu beurteilen. Das Gartenbauunternehmen wollte dabei Pflanzenlieferungen im Gesamtwert von 129.000 Euro mit 7 % besteuern. Doch weder das Finanzamt noch der BFH sahen die Voraussetzungen dafür. Warum? Die umfangreiche Unternehmerleistung – Neuanlage eines Gartens – ist als einheitliche (komplexe) Gesamtleistung zu behandeln. Das Hauptkriterium für diese Beurteilung ist in einem solchen Fall immer die Sicht des Kunden bzw. Durchschnittsverbrauchers. Was erwartet der Kunde? Erwartet er mehrere einzelne Leistungen oder doch eher das fertige Produkt – vorliegend den angelegten Garten. Bei letzterem liegt eine einheitliche Leistung vor. Dies ist immer dann der Fall, wenn aus Sicht des Kunden und bei wirtschaftlicher Betrachtung die Leistungen nur in Haupt- und Nebenleistungen aufgeteilt werden können bzw. wenn die einzelnen Leistungen für sich hinter die erwartete Gesamtleistung zurücktreten.

Die Neuanlage eines Gartens umfasst alle Arbeiten von der Bodenvorbereitung über die Pflanzenlieferung bis zum Einpflanzen und der Überwachung des Anwachsens der Pflanzen. Alle einzelnen Leistungen münden in eine einheitliche (komplexe) Leistung, die etwas neues, drittes entstehen lässt – einen gestalteten Garten. Ohne Pflanzen gibt es keinen Garten, dies gilt aber ebenso für die gartengestalterischen Leistungen. Im Ergebnis tritt keine der Leistungen als Nebenleistung hinter die andere zurück. Da aus Sicht des Kunden beide Leistungen zwingend notwendig und unabdingbar sind, um das Ergebnis Anlage eines Gartens zu erreichen, bilden beide Leistungen eine (komplexe) einheitliche Leistung, die nicht für umsatzsteuerliche Zwecke aufgesplittet werden darf. Somit unterliegt die Neuanlage eines Gartens dem Regelsteuersatz von 19 %. Daran ändert sich auch nichts, wenn die einzelnen Leistungen in verschiedenen Verträgen und/oder zu verschiedenen Zeiten vereinbart werden.

Tipp: Ob eine einheitliche Leistung vorliegt oder ob es sich um mehrere Einzelleistungen handelt, ist immer aus der Sicht des Kunden zu beurteilen. So ist die Gestaltung eines Gartens auf der Grundlage eines Gesamtkonzepts als einheitliche Leistung zu betrachten. Wohingegen die Lieferung von Pflanzen einer Baumschule und das Einpflanzen zwei getrennte Leistungen sein können, zumindest dann, wenn nur ein Teil der Kunden auch das Einpflanzen vor Ort wünscht. Anders sieht es aus, wenn die einzelnen Leistungen von verschiedenen Unternehmern erbracht werden und mit jedem der Unternehmer auch ein eigenständiger Vertrag existiert, also nicht der eine Unternehmer nur als Subunternehmer auftritt, ohne mit dem Kunden in einer unmittelbaren vertraglichen Beziehung zu stehen. Sprechen Sie daher vor Vertragsabschluss mit Ihrem Steuerberater, wenn bei einem Gesamtauftrag für einzelne Leistungen der ermäßigte Steuersatz anwendbar sein könnte oder einzelne Leistungen steuerfrei sein könnten.

(Stand: 25.04.2019)

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